Aktionswoche Schuldnerberatung 2026

  • 19.6.2026
  • Jens Sannig (DER SUPERINTENDENT)

Die Aktionswoche der Schuldnerberatung, vom 15. bis 19. Juni 2026 findet unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld?“ statt

Probleme mit Pfändungsschutzkonten: Die Schuldnerberatung fordert Politik zum Handeln auf. Trotz eindeutig geregelter gesetzlicher Vorgaben erleben viele verschuldete Menschen weiterhin große Schwierigkeiten mit ihren Pfändungsschutzkonten (PKonten). Kontoumwandlungen erfolgen verspätet, gesetzliche Freibeträge werden nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben bleiben blockiert.

Die Aktionswoche der Schuldnerberatung, vom 15. bis 19. Juni 2026 findet unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P‑Konto zum Problemkonto wird“ statt und macht dabei auf anhaltende Missstände beim Pfändungsschutzkonto aufmerksam. Nach Angaben der AG SBV (Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände), der auch die Schuldner- und Insolvenzberatung im Kreis Heinsberg angeschlossen ist, gibt es in Deutschland monatlich rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen.

Im Rahmen der Aktionswoche hat sich die Landtagsabgeordnete Andrea Reh (SPD) über die Probleme ich Hinblick auf Kontopfändungen aber auch darüber hinaus informiert.

„‚Wie komme ich an mein Geld?“– diese Frage hören die Mitarbeitenden in der Schuldnerberatung regelmäßig. Im Kreis Heinsberg ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Jülich Träger der Schuldnerberatungsstelle. „Wenn Banken gesetzliche Regelungen nicht korrekt umsetzen, kann das existenzielle Folgen haben: Mieten werden nicht bezahlt, Energieabschläge nicht abgebucht, der Lebensunterhalt ist nicht gesichert. Das P‑Konto muss den Schutz bieten, den das Gesetz vorsieht“, so die MitarbeiterInnen der Schuldnerberatung.

Das Pfändungsschutzkonto schützt automatisch einen gesetzlich festgelegten monatlichen Freibetrag. Für Menschen mit Unterhaltspflichten oder besonderen Lebenslagen können erhöhte Freibeträge gelten. In der Praxis frieren Banken bei einer Kontopfändung das Guthaben auf dem Girokonto zunächst ein. Betroffene müssen dann aktiv die Umwandlung in ein P‑Konto beantragen. Ohne schnelle und korrekte Unterstützung durch Kreditinstitute, Schuldnerberatungsstellen oder Behörden steht zeitweise kein Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder Medikamente zur Verfügung. Die Schuldnerberatung für den Kreis Heinsberg hat im Vorjahr 1.135 solcher Bescheinigungen ausgestellt.

Die AG SBV mit den angeschlossenen Schuldnerberatungsstellen fordert:

Der Gesetzgeber muss den staatlichen Schutz des P‑Kontos als soziales Sicherungsinstrument endlich wirksam gewährleisten. Nötig sind klare Standards für Banken, barrierearm erreichbare Ansprechstellen, geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen bei Rechtsverstößen.

In einem ausführlichen Gespräch konnten das Team der Schuldnerberatung und die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Uschi Hensen Andrea Reh MdL über die Problematiken rund um das Pfändungsschutzkonto informieren. Andrea Reh hat die Kritiken und Lösungsansätze mitgenommen und möchte sich für die Belange der SchuldnerInnen einsetzen. Sie berichtete außerdem über Ihre Tätigkeit im Petitionsausschuss des Landtags.

„Der Petitionsausschuss ist eine Möglichkeit für die Menschen, Anliegen unmittelbar an den Landtag heranzutragen, Missstände aufzuzeigen und um Unterstützung zu bitten. Wir schauen hin, fragen nach und vermitteln.“ Ein großer Teil der Petitionen betraf Themen des Bereichs „Soziales“, und des Bereichs „Bauen, Wohnen, Umwelt und Verkehr“.

Kontakt:

Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Jülich
in Kooperation mit der Arbeiter Wohlfahrt Kreisverband Heinsberg e.V.
Haagstr. 10 | 41836 Hückelhoven Telefon 02433 9056-0 | Fax 02433 9056-22 E-Mail: schuldnerberatung-hs@diakonie-juelich.de